Urban Van Life in der Heimat

Unser Jahr Van Life haben wir uns etwas anders vorgestellt. Tägliche Sonnenuntergänge am Strand, ein Abendessen mit dem Blick auf die Berg und nichts als Vogelgezwitscher und Meeresrauschen vor der Tür.

Van Life in der Stadt

Diese Momente gibt es natürlich und wir möchten sie auch nicht missen, aber es ist nur die halbe Wahrheit über unser Van Life. Da ich gezwungen bin eine Woche im Monat stationär im Büro meiner Firma zu arbeiten, sind wir naturgemäß viel in der Stadt unterwegs. Gelegentlich suchen wir uns auch mal einen stadtnahen Stellplatz, aber den Großteil der Zeit stehen wir bei Verwandten und Freunden vor der Haustür. Dieser Umstand hat sowohl Vor-, als auch Nachteile, auf die ich in diesem Post näher eingehen möchte.

Urban Van Life

Kein seltener Ausblick im Urban Van Life.

Die Vorteile

Einige der Vorteile sind offensichtlich:

  • Keine Stellplatzgebühren.
  • Gute Infrastruktur: Läden, Waschsalon, Handyempfang…
  • Anbindung an Öffentliche Verkehrsmittel.
  • Man braucht dank Straßenbeleuchtung nachts keine Stirnlampe.

Andere Vorteile sind weniger offensichtlich, haben aber für uns genauso große Auswirkungen auf unsere Leben auf der Straße:

  • Kinder können mal eben zu den Ur-/Großeltern spielen gehen.
  • Freunde sind in der Nähe.

Zuletzt ist es natürlich auch noch ein riesiger Vorteil, dass wir Stadt kennen. Wir wissen, wo wir sicher stehen können, wo wir einkaufen können, wo wir unser Wasser herbekommen und was man so alles in der Stadt anstellen kann. Dieser Umstand ist aber zugleich der erste große Nachteil:

Die Nachteile

Leider kennt man uns aber auch in der Stadt, sodass dies gelegentlich zu einigen Problemen führt:

  • Nachbarn beschweren sich (hinter vorgehaltener Hand) darüber, dass man ihnen die gewohnte Aussicht auf die Straße nimmt.
  • Sogar Familienmitglieder beschweren sich darüber, dass man ihnen ihre Parkplätze (ist eine öffentliche Straße) zuparkt.
  • Jedes potenzielle Fehlverhalten wird einem sofort vor die Nase gehalten. Egal, ob man im Recht ist oder nicht.

Es gibt aber auch andere Nachteile, denen man in der Stadt generell begegnet:

  • Anwohner werden zu Juristen und erzählen einem, warum man mit einem Wohnmobil hier nicht stehen darf.
  • Lärm von vorbeifahrenden Autos, die teilweise laute Musik hören.
  • Schlechtere Luft als in der Natur.
  • Nachts schließen wir alle Seitenfenster um Langfinger abzuhalten.
  • Häuser verdecken einem die Sonne, die man doch so sehr für die Stromversorgung braucht.

Tipps fürs Urban Van Life

Nichtsdestotrotz kommen wir nicht drum herum gelegentlich in der Heimatstadt, aber auch anderen Städten auf unserem Weg zu nächtigen. In der Regel kommt es dabei selten zu Problemen und wenn dann häufen diese sich oft an einem Ort. Deshalb hier ein paar Tipps von uns, wie man den meisten der oben beschriebenen Nachteile aus dem Weg gehen kann:

  1. Das wichtigste ist Bewegung: Wenn ihr neu in einer Stadt seit, dann bleibt nicht lange an einem Ort stehen. Am besten kommt man Abends an und bricht früh am Morgen wieder auf und sucht sich einen neuen Platz.
  2. Sondiert die Umgebung: In einer gut betuchten Wohngegend wird man euch eher „melden“ oder verscheuchen, als in einem Industriegebiet.
  3. Vertraut eurem Instinkt: Wenn ihr ein ungutes Gefühlt habt, dann sucht euch einen neuen Platz. Nicht nur, dass ihr so Einflüssen von außen vorbeugt, ihr werdet auch einen viel ruhigeren und erholsameren Schlaf haben.
  4. Haltet ausschau nach parkenden Wohnmobilen ohne Bewohner: Viele Anwohner parken Ihre Wohnmobile in der Hauptsaison auf der Straße. Stellt euch einfach in die Nähe und verhaltet euch ruhig. Man wird euch einfach für ein weiteres parkendes Fahrzeug halten.
  5. Rollos schließen und leise bleiben: Einfach versuchen nicht durch helle Beleuchtung oder lautes Geschrei aufzufallen. Dann braucht es auch keinen Stealth-Camper.
  6. Möglichst so parken, dass man niemanden stört: Es wird immer jemanden geben, desses Stammparkplatz man blockiert. Man sollte aber immer darauf achten, dass Bürgersteige frei sind man niemanden blockiert. Sonst kollidiert man nicht nur mit Anwohnern, sondern über kurz oder lang auch mit dem Gesetz.

Wir halten uns jetzt seit geraumer Zeit an diese Tipps und sind damit im Großen und Ganzen immer gut gefahren bzw. gestanden. Wenn du weitere Tipps für uns hast, dann freuen wir uns über einen Kommentar!

Von | 2017-10-20T11:56:20+00:00 20. Oktober 2017|Tipps|0 Kommentare

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